Start Culture Berlinale - Silberner Bär für bestes Drehbuch geht nach China
Berlinale - Silberner Bär für bestes Drehbuch geht nach China PDF Print E-mail

Bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin vom 11.-21. Februar hinterließen Filme aus China einen tiefen Eindruck bei Jury und Publikum.

Tuan YuanGleich drei Filme wurden mit Preisen ausgezeichnet, allen voran "Tuan Yuan" von Wang Quan'an, der den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhielt. Der Film wurde in seiner Weltpremiere am Eröffnungstag der Berlinale gezeigt. Er handelt von einem ehemaligen Soldaten der Kuomintang, Liu Yansheng, der nach 50 Jahren in seine ursprüngliche Heimatstadt Shanghai reist, um die einzige wahre Liebe seines Lebens, Qiao Yue, wiederzufinden. Qiao Yue hat einen Soldaten der Kummunistischen Truppe geheiratet und mit ihm eine Familie gegründet. Ihre Gefühle für Liu Yansheng sind aber immer noch stärker als die für ihren Ehemann. So beginnt eine lange Reihe von Diskussionen bei extravaganten Essen mit dem Gast und Qiao Yues Familie.

Kulinarisches Kino "Essen ist ein sehr wichtiger Faktor in meinem Film", erklärt Wang Quanan.  "In China ist das gemeinsame Zubereiten von Speisen eine sehr soziale Sache." In seinem Film kocht Liu Yansheng eine "Der Buddha springt über die Mauer"-Suppe für seine frühere Geliebte und deren Ehemann, um ihnen seine Wertschätzung für ihre Gastfreundschaft auszudrücken. Der Name der Suppe leitet sich von einer alten Geschichte ab, in der ein buddhistischer Mönch dem Duft der Suppe die vom Nachbarhaus in seinen Garten herüberzieht, nicht widerstehen kann und über die Mauer springt, um davon zu essen. Nach der Filmvorführung hatten 200 Gäste Gelegenheit, diese Suppe im Rahmen des "Kulinarischen Kinos" selbst zu probieren. Im Spiegelzelt-Restaurant "Gropius Mirror" kochen seit 4 Jahren Spitzenköche für die Besucher von ausgewählten Filmen, die meistens Appetit machen, teilweise aber auch die Augen öffnen sollen für Ausbeutung, Profitsucht und Gewissenlosigkeit in der Nahrungsmittelproduktion. In diesem Jahr stand das Kulinarische Kino unter derm Motto "In the Food for Love".

A Woman, a Gun and a Noodle shop Der Film "A Woman, A Gun And A Noodle Shop" (San qiang pai an jing qi) scheint dieses Motto zu bestätigen. Der berühmte chinesische Regisseur Zhang Yimou verarbeitete den Film "Blood Simple" der Coen-Brüder und verlegte den Ort des geschehens in die chinesische Wüste. In einem kleinen Dorf lebt der Besitzer eines Nudelrestaurants, Herr Wang, mit seiner Frau und den Angstellten. Herr Wang ist sowohl ungerecht zu seinen Mitarbeitern als auch gefühlskalt gegenüber seiner Frau. Diese flüchtet sich in eine diskrete Affäre mit dem Koch und besorgt schließlich ein Gewehr, um den ungeliebten Wang aus dem Weg räumen zu können. Wang jedoch entgehen die Heimlichkeiten seiner Frau nicht und er beauftragt seinerseits den Polizisten Zhang, seine Frau und den Koch zu töten. Zhang präsentiert Wang kurz darauf Beweise für die Erledigung der Tat. Statt seine Belohnung entgegenzunehmen, schießt er jedoch auf Wang und räumt dessen Safe aus. Im gleichen Moment hört er im Nebenraum zwei Kellner streiten, die offenbar den gleichen Plan hatten, und Zhang flüchtet unbemerkt.

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