Start Wirtschaft Alternativmärkte finden: Es muss nicht immer Asien sein
Alternativmärkte finden: Es muss nicht immer Asien sein PDF Drucken E-Mail

Jenseits von China & Co. liegen mindestens ebenso interessante Beschaffungsmärkte Der Betreuungsaufwand einer Lieferantenbeziehung (Personal- und Reisekosten) liegt je nach Region und Produktkomplexität beispielsweise zwischen rund 5.000 € pro Jahr für Osteuropa und ca. 35.000 € für Asien.

Neben den reinen Kosten- und Qualitätsaspekten sollte in Ihre Entscheidungsfindung für oder gegen ein Lieferland auch mit einfließen:
•    die wirtschaftliche Dynamik,
•    der Stand der Infrastruktur (entwickelt, schlecht usw.),
•    das wissenschaftlich-technologische Potenzial und
•    die politische Stabilität des Landes.

So sicher wie in Abrahams Schoß

Nach Meinung des Wirtschaftsinformationsdiensts Dun & Bradstreet (D & B) ist die Schweiz das wirtschaftlich und politisch stabilste Land der Welt. Im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft um 2,7 %.
Nähe zum deutschen Markt, breites Spektrum an Hightech-Produkten, niedrige Frachtkosten, entwickelte Infrastruktur sowie durchweg hohe Qualitäts- und Rechtsstandards.
Der dauerstarke Schweizer Franken macht das Einkaufen teuer. Außerdem lässt die Wachstumsdynamik der Eidgenossen nach (2011: 1,9 %, geschätzt).

Der Globalisierungsgewinner

In Osteuropa hat sich Polen zu Deutschlands wichtigstem Handelpartner gemausert – noch vor Russland! Im 2. Halbjahr 2010 legten Polens Ausfuhren nach Deutschland um 22,8 % auf 13,5 Mrd. € zu. Einkäufer fragen besonders Güter aus den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Chemie nach, weniger Elektro- und Elektronikartikel.
Nähe zum deutschen Markt. niedrige Frachtkosten, hohes Modernisierungstempo der Unternehmen, gut qualifizierte und noch immer relativ billige Arbeitskräfte, günstiger Wechselkurs Euro–Zloty.
Hightech-Produkte vielfach erst im Aufbau. Ein enormer Nachholbedarf in der Energie- und Verkehrsinfrastruktur hemmen Handel und Wirtschaftsdynamik. Bei einer Fläche von 313.000 Quadratkilometer verfügt das wichtige Transitland beispielsweise nur über gut 850 km Autobahn. Im Vergleich zu Deutschland (360.000 Quadratkilometer): rund 13.000 km.

Orientalische Paschas haben ausgedient

In den Chefetagen sitzen immer häufiger Manager, die in den USA oder in Europa studiert haben – und immer mehr Frauen! So z. B. in der Akbank, einer der größten Privatbanken des Landes. Deutschland ist seit Jahren mit Abstand der wichtigste Abnehmer von türkischen Produkten, allen voran Textilien und Bekleidung (rund 40 %), gefolgt von Autos und Autoteilen sowie Nahrungsmitteln.

Fortschreitende Modernisierung der gesamten Wirtschaft, besonders in den Sonderwirtschaftszonen. Hohe Motivation und Qualifikation der türkischen Arbeitnehmer.

Noch immer große Lücken in der Infrastruktur, vor allem beim Ausbau des Schienennetzes, der Energieversorgung und der Telekommunikation. Gewöhnungsbedürftige Verhandlungspraktiken, bei der allzu schnell Geschäftliches und Persönliches ineinanderfließen. Abschlüsse brauchen viel Zeit und werden von türkischer Seite gern nachverhandelt. Beachten Sie: Trotz aller Fortschritte ist die Türkei alles andere als ein stabiles Land. Besonders im Südosten drohen Terroranschläge.

r.a.by he

 
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